Daran erkennt man einen guten Coach

0
242

Woran erkennt man einen guten Coach?

Der Beruf des Coaches hat in den vergangenen Jahren enorm an Zuwachs gewonnen. Ob Businesscoach, Fitnesscoach, Life Coach – es gibt kaum einen Bereich, in dem sich keine Berater und Beraterinnen spezialisiert haben. Das Tückische ist allerdings, dass die Berufsbezeichnung „Coach“ kein geschützter Begriff ist. Demnach kann jede Person versuchen, sich als Coach auf dem Markt zu etablieren, ein entsprechender Bildungsabschluss oder eine Zertifizierung ist dabei nicht möglich. Genau das macht es aber auch so schwer, einen Coach zu finden, der zu einem passt. Um die Suche etwas leichter zu gestalten, gibt es hier ein paar Tipps, woran man einen guten Coach erkennt.

1. Viele Wege führen zum Ziel

Immer wieder stößt man auf Coachingangebote, die damit beginnen, dass der Coach mit Floskeln daher kommt wie: „Vor ein paar Jahren habe ich genauso gedacht wie du! Doch dann habe ich das und das gemacht und sieh mich heute an. Du kannst das auch!“ Dahinter stecken meist Menschen, die entweder einen entsprechenden Lebensweg eingeschlagen haben, der ihnen den gewünschten Erfolg brachte oder aber sie geben diese Erfolgsstory nur vor, um potentielle Kunden / Kundinnen von ihrem steil bergauf gehenden Werdegang zu überzeugen.

Ein guter Coach kann dir ebenfalls seinen / ihren Werdegang präsentieren, macht aber immer wieder deutlich, dass es mehr als nur diesen einen Weg gibt, um ans gewünschte Ziel zu kommen. Vielmehr geht es einem guten Coach darum, dich auf deinem eigenen Weg zu begleiten, mit dir zusammen auszuarbeiten, was sich für dich stimmig anfühlt und was nicht. Niemals würde er / sie dich in eine bestimmte Richtung schubsen wollen, denn ein Coach, der sein Handwerk versteht weiß, dass es nicht die eine Musterlösung für alles und jeden gibt. Jeder Mensch ist anders, jede Herausforderung ist anders und die Art und Weise, das zu bewerkstelligen und damit umzugehen ist ebenfalls anders. Darauf lassen sich qualifizierte Coaches ein.

2. Zuhören statt vorgeben

Die Werbung vieler Coaches ist laut, herausfordernd und wirkt mitunter sogar leicht aggressiv. Klar, es soll den Kampfgeist erwecken, es soll hungrig machen auf Ehrgeiz und Erfolg. Doch auch dahinter verbirgt sich meist nichts anderes als ein einziges Konzept, an dem festgehalten wird und wenn der Kunde / die Kundin nicht damit konform geht, dann ist es sein / ihr Pech und der Coach kann nichts machen.

Qualifizierte Coaches hingegen zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihren Klienten / Klientinnen Raum und Zeit geben, sich zu öffnen. Sie entscheiden selbst, in welchem Tempo sie an sich und ihren Herausforderungen arbeiten wollen, der Coach gleicht sich jedem individuell an. Indem man als Coach die Rolle des Zuhörers einnimmt, lernt man sein Gegenüber deutlich besser kennen und einzuschätzen und kann dadurch viel eher beurteilen, was der Kunde / die Kundin braucht und möchte. Darüber hinaus wird so eine wertvolle Vertrauensbasis geschaffen, in der man sich als zu coachende Person angenommen, verstanden und akzeptiert fühlt.

3. Seriöse Coaches kennen ihr Potential

Es gibt Lebensberater / innen, die versuchen einen immer und immer wieder davon zu überzeugen, mit ihnen zusammen zu arbeiten. Sie akzeptieren kein Nein und lassen auch nicht eher locker, als bis man sie geblockt hat. Ein ums andere Mal schreiben sie einen an, versuchen zu überzeugen, erzählen von ihren persönlichen Erfolgen, bieten Rabatte oder Gratisaktionen in der Hoffnung, dich doch noch umstimmen zu können.
Jemand, der sein Handwerk versteht, hat das nicht nötig. Sie wissen um ihr Können und ihre Fähigkeiten und haben diese aggressive Form des Marketings nicht nötig, denn ihre Qualität spricht sich herum. Gute Bewertungen, Rezensionen und Empfehlungen sprechen eine eindeutige Sprache, da hat man es nicht nötig, penetrant auf Kundenfang zu gehen.

4. Ein breit gefächertes Repertoire an Möglichkeiten

Da ein richtiger Coach weiß, wie vielfältig sein / ihr Klientel ist, hat er / sie auch viele verschiedene Methoden, um jeden einzelnen Klienten und jede einzelne Klientin an ihr gewünschte Ziel zu bringen. Sie arbeiten bedürfnisorientiert und bringen eine große Portion Geduld und Verständnis mit. Darüber hinaus wollen sie nicht das Gefühl vermitteln, jemandem etwas aufzuzwingen. Man erarbeitet gemeinsam Strategien, bespricht diese im weiteren Verlauf in Bezug auf ihre Wirksamkeit und guckt von da aus, wie man weiter arbeiten möchte.

5. Fakten sprechen für sich

Da sich faktisch jede Person als Coach versuchen kann, ist es um so wichtiger im Vorfeld zu prüfen, ob die Coaches entsprechende Fertigkeiten nachweisen können. Das können eigene Lebenserfahrungen sein, über die sie offen und ehrlich auf ihrer Webseite berichten oder auch entsprechende Qualifikationen durch Kurse und Fortbildungen, die sie absolviert haben und dies auch nachweisen können. Auch eine Mitgliedschaft im Deutschen Coaching Verband e. V. (kurz DCV) macht deutlich, dass es sich um einen Coach handelt, der sein / ihr Handwerk versteht und darauf geprüft wurde.

Auch die eigene Webseite des Coaches gibt Aufschluss darüber, ob es sich um einen seriösen Anbieter / eine seriöse Anbieterin handelt oder nicht. Der wichtigste Aspekt hier ist ein klares und leicht zu findendes Impressum, aus dem sofort ersichtlich ist, wer für die Seite verantwortlich ist und wo sich der Hauptsitz befindet. Darüber hinaus geben sowohl das Design als auch der Inhalt der Website einen ersten Einblick darüber, wie der jeweilige Coach arbeitet und wo die Schwerpunkte liegen. Ebenfalls hilfreich ist es, wenn angegeben ist, mit welchen Methoden der jeweilige Coach gern arbeitet und betraut ist.

6. Keine falschen Versprechen

Ein Coach kann keinen Erfolg garantieren, denn letzten Endes liegt es einzig in der Hand des Kunden / der Kundin, ob das Coachingprogramm erfolgreich war. Das zeichnet sich dadurch aus, dass die Tools, die einem an die Hand gegeben wurden, auch umgesetzt werden konnten und sich Verbesserungen eingestellt haben. Stimmt das Coaching allerdings nicht mit den Bedürfnissen der Kundschaft überein, können die angewandten Methoden noch so gut sein, sie sind dann dennoch wirkungslos. Darum lassen gute Coaches lieber zufriedene Kunden / Kundinnen in Form von Rezensionen und Bewertungen zu Wort kommen, um für die Coaching-Qualität zu sprechen.

7. Auf das eigene Bauchgefühl vertrauen

Der richtige Coach für einen selbst ist eine Person, bei der man sich sofort gut aufgehoben fühlt und der /die einem das Gefühl vermittelt, man selbst sein zu dürfen. Man weiß, dass man an der richtigen Adresse ist, wenn man gern und bereitwillig von den eigenen Problemen, Krisen und Zweifeln erzählt und sich auch nicht davor scheut, Fehler oder Rückfälle zuzugeben. Ebenfalls ein gutes Zeichen ist es, wenn man sich auf jede bevorstehende Sitzung freut und nach dem gemeinsamen Gespräch das Gefühl hat, bereichernd aus der Sitzung heraus gegangen zu sein.