Das Drama Dreieck

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Das Drama Modell basiert auf eine einfache Dreiecks Beziehung von Stephen Karpmann.

„Eric Berne, der Begründer der Transaktionsanalyse, nannte die Interaktion (zwischen den dramatischen Ich-Instanzen) Spiele. Bert Hellinger und andere haben das Modell später verwendet um „Erwachsenen- bzw. Familienspiele“ (systemische Verstrickungen, Mobbing, Konflikte zwischen Staaten, Parteien oder Ehekonflikte, etc.) zu verdeutlichen.“
Zitat Handout, Gernot Mayer, Mentaltrainer, Vitalakademie

Wie haben in diesem Modell folgende Positionen:
1. Den Täter (bei Schlechtwetter, bei Schönwetter ist er der Checker)
2. Das Opfer (bei Schlechtwetter, bei Schönwetter ist es der Star)
3. Der Retter (bei Schlechtwetter, bei Schönwetter ist er der Miesmacher)

Das Modell kann recht einfach erklärt werden.
Täter bedrängt/erniedrigt/bedroht das Opfer. > Das Opfer fühlt sich klein, ist depressiv bzw. Passiv traurig. > Der Retter erscheint und rettet das Opfer aus seiner miesen Situation.

Das ganze Dreieck beschreibt die Pathologische Beziehungen von Menschen untereinander und mit sich selbst. Alle drei Figuren/Stellungen können von jedem Menschen eingenommen werden.

Der Täter (Schlechtwetter) agiert aggressiv, kommt mit der Gesellschaft und dem Gesetz in Konflikt. Er ist Destruktiv und verbreitet Angst und Furcht, um damit Dominanz zu erhalten. Er versucht quasi durch aggressives verhalten und niedermachen anderer, sich selbst größer wirken zu lassen.

Das Opfer (Schlechtwetter) agiert meist Passiv. Das Opfer leidet und ist schwach im Gegensatz zum Täter. Es wird missbraucht und es wird ihm die Selbstständigkeit des Lebens weggenommen. Auch dadurch, da das Opfer sich selbst nicht aus der Situation befreit. Das Opfer wird träge, akzeptiert die Situation einfach und leidet. Es will nichts ändern und wird schlussendlich passiv-aggressiv. Die Welt ist gegen mich. Keiner mag mich. Das Opfer steigert sich in diesen Zustand der Traurigkeit hinein und bleibt im Loch sitzen. Und schiebt somit jegliche Verantwortung von sich ab. Denn es sind ja die anderen die Schuld sind.

Der Retter (Schlechtwetter) agiert Hilfsbereit, immer auf der Suche wo er sich einmischen kann. Wo das Stöhnen des Opfers erklingt, da eilt der Retter herbei und versucht das Opfer aufzupäppeln. Der Retter klingt vielleicht Positiv in seiner Verhaltensweise, tatsächlich jedoch unterstützt er das System. Denn durch sein eingreifen muss das Opfer nicht selbst einschreiten. Es darf Passiv bleiben und sich treiben lassen. Der Täter wird in seiner Dominanz gehabe gestört. Er wird aggressiver und pendelt sich in einen Teufelskreis hinein wo er immer bösartiger und brutaler wird. Und der Retter darf sich gut fühlen den er beschützt und hilft. Und mit dieser Verblendung laufen alle drei im Kreis.

Alle drei Stellungen werden von einem Menschen mal aufgesucht. Mal ist man Täter, Opfer oder Retter.

Ein einfaches Beispiel: Ein Mann steht auf und stellt fest das er keine Frau hat. Weil er schon lange keine Frau hat, aber sich danach sehnt fängt er an sich selbst zu nörgeln. Er weist sich selbst zurecht, empfindet sich als Niete, als einen Niemand. Das ist die aktive Phase des Täters. Wut dominiert und man erniedrigt. Daraufhin kommt die Phase des Opfers. Man ist ja nicht selbst schuld an dem. Nur sind diese Frauen alle gleich, stehen auf Macht, Reichtum und trainierte Körper. Die anderen Männer haben kein so schwieriges und hartes Leben. Der Retter scheint nach dieser Phase und päppelt einen mit der Einladung auf, doch einfach zusammen mit den Jungs trinken zu gehen. Und wo man trinkt und mit den Jungs herumalbert kommt man darüber weg, dass man es nicht fertig bringt die Frauen dort anzusprechen.

Keine der drei will die Situation wirklich ändern. Der Täter will Dominanz und erniedrigt. Die Energie in eine Positive Richtung zu lenken ist ihm egal. Kurzsichtig will er einfach beherrschen, auch wenn es ihm nichts bringt oder es die Situation sogar verschlechtert. Das Opfer ist Passiv und leidet. Es will leiden, will alleine sein, um sich in Schmerz und Mitleid zu ertränken. Das Opfer bringt sich genauso wenig aus der Situation heraus wieder Täter. Und der Retter unterbindet das herauskommen aus dem Problem, in dem er praktische Lösungen findet die keinen nutzen tragen, wo man sich aber gut fühlt. Man erreicht nie sein Ziel, vertröstet sich aber. Das Drama Dreieck erfüllt seine volle Wirkung.
Man befindet sich durchgehend mit sich selbst in Kommunikation. Das darf man nicht vergessen.

Beziehungstechnisch sieht es folgendermaßen aus, dass meist Opfer und Täter sich suchen. Der eine mag es, erniedrigt und gelenkt zu werden. Der andere will erniedrigen und leiten. Das hört sich auch ganz gut an, nur sind beides Pathologische Zustände die nicht funktionieren werden. Und so enden sie meistens mit einem Knall und mit sehr viel Scherben.
Der Täter Typ kommt ins Gefängnis und ist meist Männlich. Der Opfer Typ kommt in die Psychiatrie/Krankenhaus und ist weiblich.
Wo bleibt der Retter? Er ist der, der in beiden Stationen arbeitet. Er bewacht und versucht den Täter zu erziehen. Oder ist ein mitfühlende Schulter an der sich das Opfer ausweinen darf. Dabei hilft er nicht wirklich, denn der Retter fühlt sich nur dann gut, wenn es anderen schlecht geht.

Der Täter ist in Schönwetter Form der Checker. Er rennt herum, tut so als hätte er Elefanten Hoden in der Hose, protzt und zeigt allem und jeden wer er ist. Er weiß, was man und wie man es machen muss. Er kapiert alles und ist der Klügste.

Das Opfer ist in Schönwetter Form der Star. Es muss bewundert werden, muss gesehen werden. Das leiden muss aktiv verfolgt werden. Das Internet hat es dem Opfer ermöglicht sich noch mehr in Szene zu setzen. Jedes Leid wird nach außen getragen, muss gezeigt werden. Man will bewundert, bemitleidet und beneidet werden.

Der Retter hat leider bei Schönwetter die Form des Miesmachers. Wie zuvor schon erwähnt, der Retter braucht jemanden der gerettet werden will und einen Täter den er zurückhalten kann. Der Miesmacher ist also die Form des Retters die entsteht, wenn er zu wenig zu tun hat. Er wird ein Nörgler, kritisiert Systeme, sucht das Haar in der Suppe. Ist unterschwellig, manipulierend. Vielleicht bemerkt er es selbst nicht, doch der Miesmacher versucht die bestehende Ordnung zu zerstören. Vielleicht aus dem gutem heraus, es besser zu machen. Aber in Wirklichkeit zerstört er nur ein Gleichgewicht um das System dann zu retten.

Das gesamte Drama Dreieck zeigt die Spielereien der Erwachsenen Menschen sehr gut. Auch wenn Spiel vielleicht der falsche Ausdruck für Häusliche Gewalt, Streikbewegungen, Verfolgungen, Vergewaltigung und Kriege ist. Doch es zeigt prinzipiell sehr genau wie Gedankenstrukturen und Emotionen den Menschen leiten.

Der Täter versucht mit Gewalt und Dominanz den Mangel nach Liebe zu füllen. Er sieht die Bedürfnisse anderer nicht so wichtig, wie die seinen. Wenn er vor der Wahl gestellt wird, ob er die Rechte seiner Mitmenschen achtet, oder auf ihren Kosten seine Bedürfnisse erfüllt, wird er sich wählen. Und alles was mit ihm zusammenhängt. Er ist der Chef einer großen Firma? Er entscheidet sich für sein wohl und schließt einfach seine Firma. Er wird seinen Reichtum häufen und tausende Arbeiter verlieren ihre Existenzgrundlage. Er ist ein hoher Beamter im Staat? Dann entscheidet er sich auch für seine Nation und wird auch gegen wirkliche und vermeintliche Feinde kämpfen.

Das Opfer wird sich in Abhängigkeit begeben. Auf suche nach Schutz wird es sich jeden Strohhalm greifen. Von radikalen Religiösen Splittergruppen, zu Sekten, Ideologien, oder einfach als Obdachlose oder gescheiterte Existenzen. Denn das Opfer neigt dazu, zu verharren und darauf zu warten das es aus dem Sumpf gezogen wird. Ist niemand da der es dort abholt und für seien Zwecke missbraucht bleibt es dort auch. Nur ist der einzige, der das kann, das Opfer selbst. Wenn das Opfer, ohne selbst Anstrengung zu unternehmen, herausgezogen wird, wird es sich prompt wieder hineinwerfen. Und denjenigen mitziehen der es zuvor herausgezogen hat.

Der Retter ist dazu verurteilt gegen alles zu kämpfen was seiner Meinung nach nicht richtig ist. Er wird demonstrieren, sucht in den Großen die Verantwortlichen für das Leiden anderer. Und wird darin die Ursache allen Übels finden. Das hört sich gut an? Ja, tut es. Sobald der Retter irgendwann der Meinung anheimfällt, das nur mit Gewalt, Gerechtigkeit erreicht wird. Revolutionen aller Art, wurden von dieser Gruppe bewegt. Und beim Beispiel der Sozialisten und Kommunisten sieht man schnell, wie sich die Retter im Drama Dreieck zu Tätern verwandeln.
Dieses Spiel zu spielen heißt, sich selbst und andere vom Lebenswerten Leben fernzuhalten. Sorgt dafür, Glaubensmuster nachzurennen die Unwichtig sind. Sich Dinge aneignen zu wollen, mit Methoden die niemals wirklich erfolgreich sein werden. Durch die Emotionen und die Pathologischen Sehnsüchte nähert man sich nie seinem Ziel nach innerer Erfüllung. Man hindert sogar andere dabei.
Wer das weiß kann sich entscheiden aus diesem Dreieck auszutreten. Wer nicht süchtig nach Drama ist, muss auch nicht dafür Leben und kann sich anderen Elementen des Lebens widmen. So wird aus unseren drei Formen in dieser „erlösten“ transformation:

1. Der Macher (Zuvor Täter und Checker):
Er kann seine Energie und Innovation mit nach vorne nehmen. Kann sich aufbauen und etwas erreichen. Kann andere begeistern und mit sich ziehen. Seine Dominanz ist nun nicht mehr erdrückend, sondern stärkt die Menschen um ihn.

2. Die Muse (zuvor Opfer und Star):
Die Muse kann nun, wo sie befreit ist von der Passivität, auch ihre Kreativität sprudeln lassen. Ideen, Möglichkeiten und Kunst kommen nun hervor. Ohne Angst, Selbstmitleid und Deprression entwickelt sich die Muse und kann wundervolles in die Welt setzen. Ohne dem Bedürfnis gesehen zu werden. Denn wenn sie den Status der Muse erreicht, wird sie gesehen, da ihre Projekte allein schon genug Aufsehen sorgen.

3. Der Mentor (zuerst Retter und Miesmacher):
Anstatt zu kritisieren und alles verbessern zu wollen lässt der Mentor jeden freien Raum. Er wird helfen und auch leiten. Doch jeder Schritt wird von jedem selbst getan. Und so kann der Mentor seine Umwelt verbessern ohne sich selbst zu zerlegen. Sensibel auf seine Mitmenschen und auf sich selbst, mit innerer Stärke und auch Ruhe kann er den Weg weisen der Richtig ist.

Das Drama Dreieck ist verlockend, weil es ein einfaches System mit schnellen Antworten ist. Nur ist die Welt nicht einfach. Und sie wird es immer weniger je mehr man es vereinfachen will. Deswegen sollte man sich selbst überwinden und daraus heraustreten. Sich selbst und sein Umfeld betrachten. Und sich auch die Frage stellen: „Ist das Leben, das ich lebe, so richtig für mich“?

Man muss sein Dasein nicht über den Haufen werfen nur weil irgendetwas nicht passt. Doch man sollte aktiv wahrnehmen, was um einem herum passiert. Man sollte aufmerksam sein, wenn man Politische Reden verfolgt die versuchen die Emotion zu packen. Zuhören wenn ein unterschwelliges Wort am Tisch fällt, dass eine Lawine auslösen kann. Sich nicht herunterputzen lassen, nur weil irgendeine Person das braucht um nicht zusammenzubrechen. Nicht die Schulter werden, an die sich jemand ausheult und alle Energie von einem nimmt. Wer weiß, wie das System funktioniert, kann auch sagen: Nein. Eines der wichtigsten Wörter in diesem Zusammenhang. Und so verlässt man das Dreieck und kann sich dem Leben selbst widmen.