Vor der winterlichen Grippesaison – Lehren aus den Vorjahren ziehen

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Grippe, Grippewelle
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Wir erinnern uns. Im letzten Winter, der Grippe-Saison 2018/19 also, war die Grippewelle nicht so intensiv wie die beiden Jahre davor. Das hat jetzt auch die offizielle Statistik des RKI bestätigt. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren mussten wesentlich weniger Fälle behandelt werden, es gab weniger grippebedingte Krankenhauseinweisungen und, das wichtigste, weniger auf Grippe zurückzuführende Todesfälle. Die spannende Frage ist also, was uns die kommende Wintersaison 2019/20 in Sachen Grippe bescheren wird. Gibt es wieder eine eher milde Grippe-Saison oder eine erneute Rekord-Grippe? Breiten sich besonders aggressive Viren aus, schützen die zur Verfügung stehenden Impfstoffe, gibt es genügend davon und haben alle Versicherten ein Anrecht auf den wirksamsten Impfstoff?

Heftige Grippewelle in Australien – Keine gute Nachricht für Europa

Sicherlich lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht alle Fragen mit hoher Sicherheit beantworten. Bezüglich des möglichen Ausmaßes der kommenden Grippe Saison lohnt sich ein Blick auf die Südhalbkugel nach Australien, wo sich der Winter dem Ende zuneigt. Nach Angaben der staatlichen australischen Gesundheitsbehörde verlief dort die diesjährige Grippesaison deutlich heftiger als im Vorjahr. Das ist keine gute Nachricht für die in Europa vor der Tür stehende Grippesaison 2019/20, die eher stärker ausfallen könnte, da sich bildlich gesprochen viele Viren von Australien auf den Weg zu uns auf die Nordhalbkugel machen könnten. Gerade deshalb sollte sich jeder Angehörige einer Risikogruppe gemäß den aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes unbedingt impfen lassen. Dies gilt für ältere Menschen, Schwangere, chronisch Kranke ebenso wie für Angehörige von Gesundheitsberufen und Berufen mit viel Kontakten zu anderen Menschen. Nur mit einer Impfung kann die Virus-Grippe effektiv bekämpft, viele Menschenleben gerettet und noch mehr Krankschreibungen und Krankenhausaufenthalte vermieden werden. Allein in der vorletzten Grippesaison hätten in Deutschland nach Schätzungen von Experten etwa 5000 Menschenleben gerettet werden können, wenn konsequent nach den Empfehlungen der ständigen Impfkommission geimpft worden wäre.

Nur Impfung schützt vor Virus-Grippe

Neben der Frage, ob konsequent nach den aktuellen Empfehlungen geimpft wird, muss natürlich auch der richtige Impfstoff zur Verfügung stehen. Das war nicht immer der Fall, da lange vor der Grippesaison entschieden werden muss, gegen welche Varianten des Grippevirus der Impfstoff wirksam sein soll. Dann kann es schon mal passieren, dass, wie im vorletzten Winter geschehen, plötzlich eine Virusvariante auftaucht, die man nicht einkalkuliert hatte. Über die Zusammensetzung des jährlich neuen Impfstoffes entscheiden Experten der WHO auf Basis von Vergangenheitsdaten und durch einen Blick auf die südliche Halbkugel. Die dort grassierenden Grippeviren bilden eine wichtige Grundlage für die Impfstoffzusammensetzung der Nordhalbkugel. Erst wenn so die Zusammensetzung des neuen Grippeimpfstoffes festgelegt ist, kann der Herstellungsprozess starten, damit dann rechtzeitig vor Beginn der neuen Grippesaison genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Dieses Vorgehen hat sich in der Vergangenheit bewährt und führt in der Regel zu Impfstoffen, die die häufigsten Varianten der aktuellen Grippeviren abdecken. Der diesjährige Impfstoff deckt vier Varianten des Grippevirus ab und verspricht in Europa einen guten Schutz vor den häufigsten Grippe-Viren zu bieten.

Moderner Vierfach-Impfstoff wird von allen Krankenkassen erstattet

Nach den Erfahrungen der Grippesaison 2017/18, als in Europa unerwartet eine Variante des Influenza B Virus dominant auftauchte, die durch den gängigen Dreifach-Impfstoff nicht abgedeckt war, werden nur noch Vierfach-Impfstoffe hergestellt. Diese decken jeweils zwei Varianten von Influenza A und B ab. Dieser moderne Vierfach-Impfstoff wird von allen Kassen, egal ob gesetzlich oder privat, für Angehörige der Risikogruppen erstattet. Einige gesetzliche Krankenkassen erstatten den Impfstoff zusätzlich auch für Versicherte, die nicht zu den Risikogruppen gehören. Hier kann eine Nachfrage bei der eigenen Kasse Klarheit bringen. Damit haben wir in dieser Grippesaison die hohe Chance, gut gewappnet der kommenden Virusinvasion gegenüber zu stehen.

Fazit: Auch in diesem Winter stehen wir wieder vor einer Grippewelle. Wie heftig sie ausfallen wird, kann nicht sicher vorhergesagt werden. Durch den zur Verfügung stehenden Vierfach-Impfstoff ist ein guter Impfschutz für alle Geimpften zu erwarten. Das Robert-Koch-Institut rät allen Angehörigen einer Risikogruppe sich rechtzeitig impfen zu lassen. Die Kosten dafür erstatten die Krankenkassen.