Stress krank oder glücklich?

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Stress macht nicht selten krank, er regt aber auch an und kann sogar glücklich machen, gleichzeitig lähmt er uns auch. Das Hauptproblem ist die Dosierung, wir stehen ständig unter Druck und Hektik, aber man kann Zeiten, die uns fordern, auch als Chance sehen.

Stress trifft uns am ganzen Körper, nicht nur im Kopf. Muskeln, Herz, Haut und Haar, sowie auch unsere Gefühle und Gedanken sind betroffen. Laut einer Studie leidet bereits jeder vierte regelmäßig unter Stress. 2021 klagte jede dritte Frau über extremen Stress. Jedoch hat er nicht nur schlechte Eigenschaften, sondern auch gute, denn es ist auch immer wichtig, was in unserem Leben gerade los ist uns was sich in der Welt so tut.

Krankmacher Stress

Das Gefühl der Überforderung, das Pensum nicht mehr zu schaffen und zu viel Arbeit zu haben, ist mittlerweile sehr verbreitet. Das Coronajahr 2021 gehört zu den ersten drei Stressverursacher, gefolgt von hohen Ansprüchen an sich selbst und die Arbeit. Hinzu kommen Probleme mit der Kinderbetreuung, pflegebedürftige Angehörige, finanzielle Sorgen und Konflikte auf privater Ebene. Somit gehört derzeit Stress zu den schwerwiegenden Risikofaktoren für unsere Gesundheit.

Aber ist Stress nicht auch ein Statussymbol?

Heißt Stress nicht auch, dass wir wichtig sind und stets leistungsbereit. Wir klagen über Stress, mit einem Hauch von Stolz, aber dieser gesellschaftliche Aufstieg hat auch schon an Bedeutung verloren, insbesondere bei den jüngeren Personen. Mittlerweile heißt es, Leute, die dauernd Stress und viel zu haben, kommen nicht mehr klar, denen fehlt die Organisation und sie vernachlässigen die Gesundheit. Stress ist aber nicht nur hausgemacht.

Unser Programm zum Überleben

Unsere Muskeln spannen sich an, der Magen zieht sich zusammen, das Herz klopft und wir schwitzen. Ärger, Angst oder Wut bauen sich auf. Kann das gut sein? In gewisser Weise schon, denn das sind biologische Abläufe, welche Energie mobilisieren. So wird in gefährlichen Situationen unser Überleben gesichert. Durch diese Abläufe wird die Durchblutung des Gehirns gesteigert, die Verdauung wird eingeschränkt und wir armen schneller. Der Natur geht es erst mal um das reine Überleben, erst dann folgt alles andere. Der entstehende Stress weist uns auf Flucht oder Kampf hin, wir müssen schnelle reagieren und all unsere Sinne sind scharf. Dadurch fluten Endorphine durch unseren Körper und wir können Schmerzen besser ertragen. Wir sind hellwach und leistungsstark. Viele bleiben bei so einer Stress-Situation hängen und laufen auf Hochtouren weiter, was oft der Grund für Burn-out ist, denn das ist keine Lösung auf die Dauer. Stressepisoden, die dauerhaft anhalten, erhöhen die Schmerzempfindlichkeit und die Endorphine werden wieder weniger.

Wie reagiert unser Gehirn auf Stress

Unser Gehirn wird durch den Stress auch geformt. Cortisol und Adrenalin, die Stresshormone aktivieren einen Teil des Gehirns, und zwar das Reptiliengehirn, der älteste Teil, von hier wird der Instinkt gesteuert. Der Nachteil ist, dass in der Großhirnrinde stattfindende bewusste Denken wird heftig unterdrückt und dadurch leiden das Lang- und Kurzzeitgedächtnis. Ebenso wird das Angstzentrum aktiviert und wir treffen dadurch Entscheidungen aus der Emotion heraus und die sind nicht immer von Vorteil. Viele Menschen sind auch vergrämt, wenn die Dinge eben so sind, wie sie sind und dies führt wieder zu körperlicher Erregung, Wut und Ärger. Man kann sich mit Gedanken auch wunderbar in Stress hineinsteigern.

Suchen Sie das Glück in Herausforderungen!

Es ist falsch, zu meinen, ein Leben ohne große Anforderungen wäre sinnvoll, denn Stress kann uns auch glücklicher, klüger und stärker machen. Den ganzen Tag in der Hängematte zu liegen ist auch nicht gesundheitsfördernd, das richtige Gleichgewicht ist wichtig. Die Phasen der Erholung und die Phasen der Anforderung und Arbeit sollten sich aufwiegen. Damit der Stress entwicklungsfördernd wirkt, ist die Dauer, Häufigkeit und Intensität wichtig. Ähnlich wie beim Sport zählt nur intensives Training in regelmäßigen Abständen, dazwischen die notwendigen Pausen.

Aber wir kennen auch den positiven Stress

Er treibt uns zu Höchstleistungen, beflügelt uns, spornt uns an und macht uns glücklich. So empfinden wir, wenn eine Sache für uns sinnvoll erscheint. Das kann ein lukrativer Auftrag bei der Arbeit sein, Familienzuwachs oder eine Hochzeit. Jeder einzelne Mensch erlebt unterschiedliche Situationen und bewertet sie anderes. Studien haben hier ergeben, dass Personen, die stressige Situationen nicht als unangenehm, sondern als Bereicherung des Lebens empfinden, ein niedriges Sterberisiko haben.

Stress auf Dauer wird gefährlich

Von Stress werden vermehrt Fettsäuren freigesetzt, die lagern sich in den Adern ab und verstopfen sie. Durch die Daueranspannung kommt es außerdem zu Kopf- und Rückenschmerzen. Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt können die Folgen sein. Typisch für Dauerstress ist ein Tinnitus im Innenohr. Bei anhaltendem Stress sinkt die Arbeitsleistung des Gehirns stark ab, Konzentration, Gedächtnis und unsere Kreativität leidet darunter. Auch die Biochemie des Gehirns wird durch Stresshormone verändert, was zu Depressionen führen kann. Das Cortisol, welches der Körper unter Stress produziert, wirkt unmittelbar auf die Nerven. Diese ständige Anspannung führt zu Unzufriedenheit, innerer Unruhe und Gereiztheit.

Auch die Lust auf Sex wird durch Stress gemindert und auf die Dauer verändert sich sogar unser Verhalten im negativen Sinne. Dazu kommt unregelmäßige und wenig gesunde Ernährung, Tabak und erhöhter Alkoholkonsum. Das Resultat sind Schlafstörungen, Aggressivität und Antriebslosigkeit.

Strategisch gut ist immer, die Stressoren zu akzeptieren oder eine Veränderung zu schaffen. Das bedeutet unter Umständen, um Hilfe bitten oder andere Prioritäten setzen. Jeder sollte seine eigenen Stressverstärker kennen, der Drang, es allen recht machen zu wollen, die Jagd nach Anerkennung oder immer mehr Kontrolle anstreben. Ziehen Sie sich Grenzen, lernen Sie nein sagen!

Stress auf Dauer wird gefährlich

Von Stress werden vermehrt Fettsäuren freigesetzt, die lagern sich in den Adern ab und verstopfen sie. Durch die Daueranspannung kommt es außerdem zu Kopf- und Rückenschmerzen. Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt können die Folgen sein. Typisch für Dauerstress ist ein Tinnitus im Innenohr. Bei anhaltendem Stress sinkt die Arbeitsleistung des Gehirns stark ab, Konzentration, Gedächtnis und unsere Kreativität leidet darunter. Auch die Biochemie des Gehirns wird durch Stresshormone verändert, was zu Depressionen führen kann. Das Cortisol, welches der Körper unter Stress produziert, wirkt unmittelbar auf die Nerven. Diese ständige Anspannung führt zu Unzufriedenheit, innerer Unruhe und Gereiztheit.

Suchen Sie einen Ausweg aus dem Stress!

Gewinnen Sie Distanz zu sich selbst. Es wird empfohlen, sich das eigene Leben von der Vogelperspektive aus anzusehen, um von den dringenden Dingen Abstand zu bekommen. Aus der Distanz heraus erkennt man manchmal Lösungswege, die einem sonst nie eingefallen wären. Um innere Ruhe und Gleichgewicht wiederzufinden, bietet sich Yoga oder autogenes Training an.

Genuss, Muse, Freude, genießen Sie die freie Zeit, aber unbedingt ohne schlechtes Gewissen. Ständige Anspannung entsteht durch zu viel vorgenommen, zu viel zu tun oder es hat sich reichlich angesammelt. Oft erkennt man das in den eigenen vier Wänden. Wir horten und sammeln gern, denn Besitz überträgt ja Sicherheit, langweilig wird das aber auch auf die Dauer. Schaffen Sie lieber Ordnung, im Keller, in der Garage, im Kleiderschrank oder auch im E-Mail-Postfach. Legen Sie neue Regeln und Strukturen fest. Jede neue Bluse ersetzt eine alte und alle 2 Wochen wird das Postfach geleert.

Mit Krisen schnell fertig werden

Das Telefon klingelt zur unmöglichen Zeit oder Sie geraten auf dem Weg zur Arbeit in einen Stau, das reicht schon, um Sie in eine Stresssituation zu bringen. Erdulden oder akzeptieren Sie es nicht – nehmen sie es einfach hin. So sind Sie vor Handlungen in erregtem Zustand geschützt.

Damit wir bei Stresssituationen die Ruhe bewahren, hat man eine 4-A- Strategie entwickelt.
Akute Stresssituationen – annehmen – abkühlen – analysieren – Aktion oder Ablenkung

Diese Strategie hilft uns, die Aufmerksamkeit auf unser Handeln zu richten und die Panik zu bewältigen. Abkühlen kann man sich durch tiefes Einatmen, ein paar Schritte laufen oder ein Glas Wasser trinken. Der Kopf wird so klar und es kann weitergehen. Wichtig ist die zügige Einschätzung des eigenen Handelns, was mache ich, mache ich überhaupt etwas oder ist es die Sache eigentlich wert? Auf keinen Fall aber zu viel Wirbel machen und auch keine Entscheidungen überstürzen. Man muss entscheiden, kümmere ich mich um die Angelegenheit oder um mein Leben?

Lesen, spazieren gehen, Musik hören lenkt ab. Nein sagen können, Grenzen ziehen, Rat suchen, auch das muss man erst üben, denn die eigene Reaktion auf Stress kann auch eine Angewohnheit sein.